Lehmputz gleicht Feuchtespitzen aus, verbessert Akustik und lässt Pigmente samtig leuchten. In einem Bildungszentrum ersetzte er synthetische Beschichtungen, wodurch Gerüche nach Renovierungen ausblieben und die Reinigungszyklen seltener wurden. Die ausführende Lehmbauerin schulte das Hauspersonal in kleinen Reparaturen, wodurch Abhängigkeiten schwanden. Kennst du Orte, an denen natürliche Baustoffe das Raumklima spürbar verändern? Berichte, wie sich dort Konzentration, Ruhe oder Geselligkeit anfühlen.
Aus einer aufgegebenen Turnhalle sicherten wir Dielen, die zu Thekenfronten und Sitzbänken wurden. Jede Kerbe blieb sichtbar und erhielt eine Nummer, die auf eine kleine Geschichte verweist. So bindet der Raum biografische Zeit an gegenwärtige Nutzung. Gleichzeitig bleibt das Material schraubbar, reparierbar und später wiederverwendbar. Teile Projekte, in denen du Rückbau als Ressource erlebt hast, und wie daraus wertige, langlebige Möbel oder Oberflächen entstanden.
Mit einer Färberin experimentierten wir an Zwiebelschalen, Indigo und Walnussschalen, dokumentierten Rezepturen und Lichtbeständigkeit. Die Farbpalette entstand nicht am Bildschirm, sondern an der Leine über dem Hof. So wurden Töne saisonal, sanft und ortsverbunden. Besucherinnen reagierten mit Neugier statt mit Allergien, weil Lösungsmittel vermieden wurden. Welche Naturfarben kennst du aus deiner Region, und wo könnten sie in deinem Alltag sichtbarer werden, ohne pflegeintensiv zu sein?